Workshop mit Hubertus van Waes

Rund 50 Prozent aller Kinder erleiden einen oder mehrere Zahnunfälle. In der Regel werden dabei die Frontzähne in Mitleidenschaft gezogen. Die Verletzungen betreffen dabei einerseits die Zahnhartsubstanz und andererseits den Zahnhalteapparat. Bei jeder Behandlung verunfallter Zähne steht primär die Vitalerhaltung der Pulpa im Vordergrund. Dies kann geschehen durch geeignete Restaurationen, indirekte oder direkte Überkappungen oder invasivere endodontische Massnahmen. Bei traumatisch eröffneten Pulpen zeichnet sich ein Paradigmenwechsel von der Überkappung hin zu partiellen Amputationen ab.

Bei Dislokationsverletzungen zielt die Therapie auf die Heilung der parodontalen Gewebe ab. Die rasche und richtige Handlungsweise ist für die langfristige Prognose eines verletzten Zahnes ausschlaggebend. In der Praxis wird oft die Bedeutung der Wurzelbehandlung hinsichtlich der parodontalen Heilung unterschätzt. Viele schwerwiegende Komplikationen werden durch die Kombination von Schäden auf der Wurzeloberfläche und versäumter endodontischer Behandlung verursacht oder begünstigt. Eine realistische Einschätzung der Pulpaprognose nach Dislokationen ist deshalb entscheidend.

Referent

Dr. Hubertus van Waes
Oberarzt, Leiter Station für Kinderzahnmedizin
Zentrum für Zahnmedizin
Universität Zürich